Kommunikation

Kommunikation | Deutsch-Lernen-Podcast 018

In der heutigen Folge des Deutsch-Lernen-Podcasts sprechen Abri und Robert über das Thema Kommunikation. Welche Arten von Kommunikation gibt es und wie unterscheiden sie sich voneinander? Wie immer findest du weiter unten ein vollständiges, kostenloses Transkript zum Mitlesen und Lernen. Viel Spaß beim Hören!

Podcast

Fragen

Transkript

Hallo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen Podcast-Folge. Abri hat uns ein interessantes Thema mitgebracht. Hallo Abri!

Hallo Robert!

Welches Thema hast du uns heute mitgebracht? 

Ja, wir sprechen heute über Kommunikation. 

Oh, das ist ein interessantes, aber auch ein ziemlich großes Thema, oder?

Ja, wohl wahr. Ja, ein ganz berühmter Kommunikationspsychologe hat mal gesagt, dass man nicht nicht kommunizieren kann. Wie verstehst du denn dieses Zitat?

Also zweimal nicht. Man kann nicht nicht kommunizieren. Ich verstehe das so, dass man immer kommuniziert, auch wenn man nichts sagt, auch wenn man nichts sagen möchte. Man drückt immer etwas aus, man kommuniziert immer. Ist das denn so?

Ja, ganz genau. Beispielsweise befindet sich eine Person in einem Wartezimmer. Sie sitzt auf einem Stuhl und schaut auf den Boden und bewegt sich nicht und sagt auch nichts. Auch das ist eine Form der Kommunikation, weil die Person ja damit aussagt, dass sie gerade mit niemandem sprechen möchte.

Stimmt, ja. 

Genau.

Und welche verschiedenen Formen der Kommunikation gibt es?

Man unterscheidet drei Formen der Kommunikation. Zum einen die verbale Kommunikation, die paraverbale Kommunikation und die nonverbale Kommunikation.

Und verbale Kommunikation bedeutet Kommunikation mit dem gesprochenen Wort, also wörtliche Kommunikation, oder?

Ganz genau. Das sind sprachliche Äußerungen. Die können in Form von geschriebenen Worten oder gesprochener Sprache geäußert werden und damit sind Aussagen, Informationen oder auch Appelle gemeint.

Was sind denn Appelle?

Ja, der Appell, das ist quasi eine Forderung beziehungsweise eine Bitte, die hinter einer Aussage auch versteckt sein kann. Beispielsweise, wenn jemand sagt: „Tiere sind auch Lebewesen“. Was könnte denn hier der Appell sein?

Vielleicht, dass man Tiere schützen sollte, dass man keine Tiere verletzen oder töten sollte, dass man vielleicht auch keine Tiere essen sollte.

Ganz genau das könnte der Appell dahinter sein. Und wenn deine Freundin jetzt beispielsweise sagt: „Oh, ich war schon echt lang nicht mehr im Kino.“ Was möchte sie dir denn indirekt damit sagen?

Vielleicht möchte sie sagen, dass sie mal wieder gerne ins Kino gehen würde.

Ganz genau. Das kann dahinter versteckt sein.

Ahja, dann muss ich ja genau darauf achten, wie jemand etwas formuliert. 

Ja, absolut. 

Und was ist paraverbale Kommunikation? Das hast du vorher auch noch genannt.

Paraverbale Äußerungen sind sozusagen nicht-sprachliche Lautäußerungen. Ja, und dazu zählt die Sprache. 

Dialekte auch?

Ganz genau. Dialekte oder auch die Hochsprache.

Und Hochsprache ist ja die Standardsprache. Also Hochsprache ist ja keine sehr formelle Sprache, sondern einfach nur die Standardsprache ohne Dialekte und ohne Akzente. Das wird im Unterricht oft missverstanden. Oft sagen Leute, sie möchten Hochdeutsch lernen und meinen damit, sie möchten das formelle Deutsch lernen. Hochdeutsch ist einfach nur Deutsch ohne Dialekte, ohne Variationen.

Ja, und das sind, wie gesagt, nicht sprachliche Lautäußerungen und beinhalten sozusagen die Art und Weise, wie gesprochen wird. Dazu zählt auch das Sprechtempo. 

Also ob man langsam oder schnell spricht, meinst du?

Ja, richtig, oder auch der Tonfall.

Bei Tonfall fällt mir jetzt ein: Monoton sprechen, dass man nicht variiert, dass man keine Melodie hat oder auch singend zum Beispiel wie im Kölner Dialekt, auf Kölsch. Da singen die Leute. Die haben eine sehr starke Melodie.

Ja, ganz genau, das hast du super beschrieben. Und zu der paraverbalen Kommunikation zählt auch die Lautstärke.

Es gibt manche Leute, die sehr leise sprechen. Und es gibt wieder andere Leute, die sehr laut sprechen. Beides ist irgendwie unangenehm.

Ja, das stimmt, weil man sich bei beiden wirklich stark konzentrieren muss, um überhaupt folgen zu können. Ja, und auch die Stimmlage ist Teil der paraverbalen Kommunikation.

Also mit Stimmlage meinst du, ob jemand eine eine hohe Stimme oder eine tiefe Stimme hat?

Richtig, ganz genau. Auch das hat eine Wirkung auf den Empfänger. Und nicht nur das, sondern all die Punkte, die ich jetzt zur paraverbalen Kommunikation genannt habe, haben eine Auswirkung auf die gesamte Kommunikation.

Ich fasse nochmal ganz kurz zusammen. Entschuldigung, damit ich das richtig verstanden habe. Also, es gibt die verbale Kommunikation, das ist das Gesprochene oder Geschriebene, das man direkt sagt und es gibt die paraverbale Kommunikation. Das ist also, wie man spricht. 

Ganz genau. Das können auch Laute sein wie Räuspern oder verschiedene Laute, die man macht, die aber nicht zu Sprache zählen.

Räuspern ist zum Beispiel, wenn man (Geräusch) macht und das kann zum Beispiel bedeuten, dass man etwas sagen möchte.

Ja.

Wenn jemand die ganze Zeit spricht und ich mache (Geräusch) dann kann das heißen, ich möchte etwas sagen oder es kann heißen ich stimme nicht zu. Oder es kann sein, dass ich einfach nur einen Frosch im Hals habe.

Ganz genau, und all das ist Kommunikation und all das hat eine Auswirkung auf das Gespräch, beziehungsweise es ist ja nicht nur ein Gespräch, sondern Kommunikation, weil, wie wir ja wissen, ist Kommunikation auch nonverbal.

Was bedeutet genau nonverbal? Ist das zum Beispiel so was wie Körpersprache?

Ganz genau. Dazu zählen alle nicht sprachlichen Äußerungen wie etwa die Körpersprache und zur Körpersprache zählt auch die Körperhaltung beziehungsweise die Körperspannung. Und wirkt der Kommunikationspartner verkrampft, angespannt oder gelöst, all das hat Auswirkungen auf die Kommunikation.

Ja, das stimmt. Und ansonsten, also Körpersprache ist dann die Körperhaltung, also zum Beispiel, wie man steht und sitzt oder die Körperspannung, ob man so angespannt ist oder total entspannt. Aber Körpersprache ist auch Gestik und Mimik oder? 

Vollkommen richtig. 

Also mit Gestik ist dann gemeint, was man mit den Armen und Händen macht, oder?

Ganz genau. Und als Kommunikationspartner muss ich dann quasi diese Handzeichen beziehungsweise diese Armbewegungen deuten und deuten bedeutet hier, ich muss die Zeichen erkennen und auch interpretieren.

Ja, das ist auch sehr interessant, weil das auch eine kulturelle Komponente hat. Also ich glaube, dass die Gestik kulturell unterschiedlich sein kann und auch die Mimik. Also Mimik bedeutet ja, glaube ich, alles, was man mit dem Gesicht machen kann: Der Blick, die Augenbrauen hochziehen, ärgerlich gucken, lächeln, lachen.

Richtig. All das ist quasi Teil der nonverbalen Kommunikation. Und wie du schon gesagt hast, ist Gestik und Mimik auch sehr, sehr stark, kulturell behaftet. Du kennst bestimmt diese Handzeichen, die man für gut macht. Und dann gibt es, glaube ich, auch unterschiedliche Interpretationen in verschiedenen Kulturen.

Ja, das stimmt. Oder auch, wie man zählt. Eins, zwei, drei, vier, fünf. Daran kann man auch eventuell erkennen, ja, vielleicht, woher jemand kommt und es gibt, glaube ich, auch landestypische Formen, wie man zählt mit den Händen.

Ja, und du kennst auch bestimmt das ganz typische Kopfschütteln oder das Nicken. In manchen Kulturen bedeutet das Nicken ja und in anderen wiederum nein.

Stimmt, ich glaube, in Bulgarien ist es andersrum. Ich glaube, wenn man den Kopf schüttelt, bedeutet das in Bulgarien ein Ja. Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher. Ich habe das mal gehört von einer Schülerin

Ganz genau. Und wie gesagt, all das – Gestik, Mimik, die Körpersprache – sind Teile der nonverbalen, nicht sprachlichen Äußerungen.

Ja.

Genau. So, auch die Kleidung, also, wie sich jemand anzieht, ist Teil der nonverbalen Kommunikation. Und jemand, der beispielsweise einen Anzug trägt, der möchte etwas äußern oder ausdrücken.

Ausdrücken, was bedeutet in diesem Kontext denn ausdrücken?

Ausdrücken bedeutet, ich möchte etwas mitteilen. Ich möchte dem Empfänger etwas mitteilen beziehungsweise äußern, dass ich auf ein gepflegtes Äußeres achte und ich respektiere diese Person auch besonders, weil ich Zeit und Mühe in mein Äußeres auch gelegt habe.

Ja, das trifft zu, wenn man sehr elegant angezogen ist. Aber man kann natürlich auch kommunizieren, dass man keinen Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt oder dass man keinen Wert auf Markenkleidung oder eine bestimmte Art von Kleidung legt.

Ganz genau und besonders im Job ist das sehr relevant. Ich glaube, es würde uns allen sehr merkwürdig erscheinen, wenn ein Bankangestellter jetzt beispielsweise im Jogginganzug vor uns tritt und uns ein Konto anbietet. 

Ja, das wäre wahrscheinlich komisch, ja. 

Ganz genau. Ja, und zur nonverbalen Kommunikation zählen auch Statussymbole wie beispielsweise eine teure Uhr oder auch ein besonderes Auto. Damit möchte man einfach nach außen zeigen, dass man vielleicht einen gewissen Wohlstand erlangt hat oder sehr erfolgreich ist.

Wobei es in Deutschland auch sein kann, dass solche Statussymbole nach hinten losgehen. Also ich habe mal von einem Zahnarzt gehört, der nicht wollte, dass sein Porsche vor der Praxis steht, sondern der Porsche stand immer in einer Garage hinter der Praxis, damit die Patienten dieses Auto nicht sehen, weil sie vielleicht neidisch werden oder weil Sie vielleicht denken „Ach, der möchte angeben, der protzt. Zu dem gehe ich nicht mehr.“ Also es gibt natürlich auch bei Statussymbolen auch immer einen sozialen Neid. Aber das führt natürlich jetzt zu weit. Das hat nichts mit nonverbaler Kommunikation zu tun.

Ja, aber du merkst, dass das alles eine Form der Kommunikation ist? Auch beispielsweise, wenn ich in Zeiten des Klimawandels mit einem Fahrzeug herumfahre, das ganz viele Schadstoffe ausstößt, dann symbolisiere ich ja auch ein Stück weit, dass mir das egal ist. 

Genau oder dass man vielleicht keine andere Wahl hat. Wenn man jetzt einen Lkw hat oder einen Traktor hat oder so, dann muss man ihn vielleicht fahren. Aber klar, wenn man jetzt ein SUV fährt mit einem großen Motor, dann spielt vermutlich der Umweltschutz nicht gerade eine große Rolle. 

Ganz genau. 

Und wieviel macht nonverbale Kommunikation aus? Also, wenn wir jetzt sagen Kommunikation ist 100 Prozent. Wieviel macht nonverbale Kommunikation aus von diesen 100 Prozent?

Ja, das finde ich unglaublich, ehrlich gesagt, aber es sind 55 Prozent. Das heißt 55 Prozent der nonverbalen Kommunikation wirken sich auf den Empfänger aus.

Okay, und wir hatten von der paraverbalen Kommunikation gesprochen, also wie man spricht. Wie viel Prozent sind das? 

Das sind 38 Prozent. 

Okay, aber wie viel bleibt denn dann noch übrig?

Und 7 Prozent von dem Inhaltlichen. Also, das heißt, wenn ich einen Vortrag halte oder generell wenn ich mit jemandem kommuniziere, dann spielt das Inhaltliche tatsächlich nur eine sehr geringe Rolle. Und das kann ich verstärken, indem ich eben paraverbal und nonverbal mich dementsprechend äußere.

Okay, das ist also sehr wichtig. Ich muss in Zukunft auch mehr darauf achten auf meine nonverbale und paraverbale Kommunikation. Aber interessant ist natürlich, dass die Hörerinnen und Hörer diese 55 Prozent nonverbale Kommunikation von uns nicht mitbekommen. Das heißt, wenn ihr jetzt zuhört, dann bekommt ihr die paraverbale Kommunikation mit, also wie wir sprechen. Ihr bekommt hoffentlich auch etwas vom Inhalt mit, aber ihr seht uns noch nicht, vielleicht später… Und Gestik, Mimik und so weiter, Kleidung könnt ihr noch nicht sehen.

Ganz genau, aber umso wichtiger ist es, dass wir beide paraverbal wirklich alles geben, das heißt mit der Stimme variieren, die Lautstärke anpassen und auch die Sprache verständlich und klar formuliert ist. Umso mehr müssen wir dann auf das paraverbale setzen. Ja, das stimmt. 

Genau. Ja, also wichtig ist, Kommunikation ist ein Zusammenspiel von verbalen, paraverbalen und nonverbalen Äußerungen. Und das ist sozusagen Verständigung untereinander, der Austausch zwischen den Menschen mithilfe von Sprechen und Zeichen. Und wir dürfen nicht vergessen, egal, was wir tun, auch wenn wir nichts tun beziehungsweise nichts sagen. Am Ende kommunizieren wir ja doch.

Das stimmt. Abri, vielen Dank für dieses interessante Thema. 

Ja, sehr gerne. 

Kommunikation ist ja ein noch viel größeres Thema als verbale Kommunikation, paraverbale Kommunikation und nonverbale Kommunikation. Werden wir denn in Zukunft noch mehr über das Thema Kommunikation erfahren?

Ja, wir werden in Zukunft auch nochmal über die vier Seiten einer Nachricht sprechen. Und ja, da freue ich mich schon drauf.

Interessant. Ich freue mich auch. Gut, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn es euch gefallen hat, dann schaut gerne mal auf unserer Seite deutschtraining.org vorbei, klickt auf Podcast, dort findet ihr Transkripte, Übungen und natürlich alle aktuellen Folgen. Wir freuen uns sehr, wenn ihr nächsten Mittwoch wieder dabei seid und bis dahin wünschen wir euch eine wunderbare Zeit. Macht’s gut.

Tschüssi.

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